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SEP
Der Geizige
von Molière
Regie: Mateja Koležnik 
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Premiere: 21. September 2023


1668 wurde Molières Komödie im Théâtre du Palais uraufgeführt. 355 Jahre später inszeniert die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik den noch immer hochaktuellen Stoff in der Bankenstadt Frankfurt. Es geht um nichts weniger als um Geiz.
»Der Geizige«, so wie wir die 5-aktige Komödie von Molière kennen, geht in wesentlichen Anteilen auf die sogenannte Goldtopf-Komödie des römischen Dichters Plautus zurück. Über Plautus ist wenig bekannt, außer dass er 184 v. Chr. bereits verstarb. Angeblich soll er seine Komödien als sogenannter Mühlensklave geschrieben haben, denn tatsächlich verdingte er sich bei einem Müller als Sklave, nachdem er sein gesamtes Vermögen, das er an der Bühne verdiente, durch Spekulationsgeschäfte wieder verloren hatte. Klingt modern!
Angeblich war Plautus Schauspieler, angeblich auch ein Komödiant. Er war kein Schreibtischdichter, sondern hat, von der Bühne inspiriert, aus der Theaterpraxis heraus geschrieben. Auch Molière – eigentlich Jean-Baptiste Poquelin – hat als Schauspieler zum Autorendasein gefunden. 1668, in den letzten Jahren seiner langen Karriere, hat er »L’Avare« (Der Geizige) als Prosakomödie geschrieben, in der er den Typ des reich gewordenen, aber geizig gebliebenen Bürgers karikiert, der seine lebensfroheren und konsumfreudigeren Kinder mit seinem Geiz erstickt. Während Molière eine aberwitzig verwickelte Komödie über das Thema Geiz schreibt, wird Koležnik die menschliche Verfehlung darin suchen und finden.

Mateja Koležnik ist für ihre filmisch anmutende, hyperrealistische Bildsprache bekannt, die einerseits formal beeindruckt, andererseits aus der minutiösen Auseinandersetzung mit der Seelenwelt der Figuren entspringt. Die slowenische Regisseurin arbeitet an zahlreichen großen Theatern, u.a. in Wien, Hamburg, München, Berlin.

Regie Mateja Koležnik Bühne Olaf Altmann Kostüme Ana Savić Gecan Musik Bert Wrede Dramaturgie Sabrina Zwach 
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Mascha K.
(Tourist Status)
von Anja Hilling
Regie: Christina Tscharyiski
Uraufführung
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Premiere: 22. September 2023


»Ich glaube nicht, dass wir hier je zur Ruhe kommen«, schrieb die Dichterin Mascha Kaléko 1941 in ihr Tagebuch. Die jüdische Dichterin erlebt ein paar leuchtende Jahre in Berlin, in denen sie sich zu einer Ikone der »Neuen Sachlichkeit« aufschwang. Doch die Terrorherrschaft der Nationalsozialist:innen zwang sie schließlich in die Emigration. Zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn landet Kaléko in New York, eingepfercht in einer zu kleinen Wohnung und der Möglichkeit beraubt, ihrer künstlerischen Tätigkeit nachzugehen. Später wird ein kurzes Comeback sie zurückführen in das Land der Täter:innen. Doch das Berlin, in dem sie ihre Erfolge feierte, existiert nicht mehr. Es treibt sie weiter nach Israel. Doch auch hier findet sie keine Ruhe. Das Leben und Werk von Mascha Kaléko sind Ausgangspunkt für ein neues Stück von Anja Hilling. Entstanden ist die eindrucksvolle Begegnung zweier Dichterinnen, zweier Sprachen – mitten in der Gegenwart. Das Stück erzählt von einem Leben, in dem das einzige Verweilen in der Bewegung liegt, von Versuchen, Familien zu gründen, in der Kunst, in der Konvention, in der Liebe. In der Inszenierung von Christina Tscharyiski verbindet sich die poetische Sprache des Stücks mit einer treibenden Musikalität zu einer Reise durch Raum und Zeit.

Christina Tscharyiski setzt nach ihren Inszenierungen »IchundIch« und »In letzter Zeit Wut« ihre Arbeit am Schauspiel Frankfurt fort, wo sie in dieser Spielzeit auch »Der Raub der Sabinerinnen« im  Schauspielhaus auf die Bühne bringen wird. Sie inszeniert darüber hinaus u.a. am Berliner Ensemble, Volkstheater München, Düsseldorfer Schauspielhaus und am Burgtheater in Wien.

Regie Christina Tscharyiski Bühne Devin McDonough Kostüme Miriam Draxl Musik Thorsten Drücker Dramaturgie Lukas Schmelmer
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Orlando — Eine Biografie
nach Virginia Woolf

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Premiere: 24. September 2023


Von der Mannwerdung zur Frauwerdung – Orlando, ein junger, englischer Lord, wird Geliebter der Königin Elizabeth I., geht als Gesandter an den Hof des Sultans in Konstantinopel und verwandelt sich dort über Nacht in eine Frau. Über 400 Jahre hinweg, vom 16. Jahrhundert bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert, durchstreift Orlando die Zeit. Aus dem unbeholfenen Dichter wird schließlich eine erfolgreiche, alleinerziehende, autofahrende Schriftstellerin. Virginia Woolf, selbst zwischen den Welten wandelnd, hat diese »Biografie« 1928 ihrer Geliebten Victoria Sackville-West gewidmet. Mit Witz demontiert Woolf darin scheinbar Unverrückbares: Stand, Status, Geschlecht und Macht. Der fluide Wechsel zwischen den Geschlechtern birgt für Woolf nicht etwa die Identitätskrise, sondern die größtmögliche Freiheit.

Regie Anselm Weber, Katrin Spira


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OKT
Projekte, Neue Dramatik, Performance 
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Premieren ab Oktober 2023 in der Box


Die BOX am Schauspiel Frankfurt ist ein Ort für Experimente, ungewöhnliche Begegnungen und neue Erfahrungen. So nah wie hier kommen Sie den Spieler:innen des Ensembles sonst nie. Auch in der kommenden Spielzeit werden hier Regiedebüts gefeiert, neue Formate erprobt und andere Wege eingeschlagen. Projekte von Manja Kuhl, Janina Velhorn u.a.
zum Stück
Dracula
von Johanna Wehner nach Bram Stoker
Regie: Johanna Wehner
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Premiere: 27. Oktober 2023


Dracula, der wohl bekannteste Vampir der Kulturgeschichte und Synonym für das Böse schlechthin, wurde 1897 vom irischen Schriftsteller Bram Stoker erfunden und ist bis heute Protagonist unzähliger Geschichten in Filmen, Büchern, Serien.
Bram Stokers »Dracula« ist eine ungewöhnliche Mischung aus Trivial- und Weltroman, eine Neuinterpretation des in der Romantik beliebten Vampirmythos. Der Roman ist montiert aus Briefen, Telegrammen, Zeitungsartikeln und vor allem Tagebucheinträgen der handelnden Figuren: Jonathan Harker, ein junger Rechtsanwalt sucht Graf Dracula auf seiner Burg in Rumänien auf und wird dort gefangen gehalten. Seine Verlobte Minna gerät wie ihre Freundin Lucy in den Bann des Vampirs, vermag sich aber gegen seinen Einfluss zu wehren. Gemeinsam mit einigen entschlossenen, männlichen Freunden begeben sie sich auf die Mission, den Vampir unschädlich zu machen. Sie verfolgen ihn durch England und auf seiner Flucht zurück in die Heimat. Angeführt werden sie von dem Wissenschaftler Van Helsing, der die Mittel kennt, um den Mythos zu bannen – nicht durch Vernunft, sondern durch die mimetische Annäherung an das Mythische selbst.
Was kann uns Dracula, das Wesen, welches die Zeiten überdauert, über Zeugenschaft menschlicher Grausamkeit erzählen? Seit Menschengedenken wird Täterschaft verschleiert, werden die Mitwissenden ausgeschaltet, heilt die Zeit alle Wunden. Doch die Welt hat ihr eigenes, unermessliches Gedächtnis – und vielleicht ist dieses dunkle Wesen so etwas wie die verwesentlichte Schuld unseres Menschengeschlechts, das sich nährt von der Unfähigkeit der Menschen, sich für ein friedvolles Miteinander zu entscheiden.

Johanna Wehner, bekannt für ihre aufwendig komponierten, musikalisch verdichteten Textfassungen sowie die Erschaffung atmosphärischer Weltentwürfe, inszeniert nach »Geschlossene Gesellschaft« und »Hiob« nun »Dracula« am Schauspiel Frankfurt als musikalische Produktion um die Untiefen der menschlichen Psyche und den wahrscheinlich berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte.

Regie Johanna Wehner Bühne Benjamin Schönecker Kostüme Ellen Hofmann Musik Vera Mohrs und Kostia Rapoport Dramaturgie Katja Herlemann
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NOV
Deine Kämpfe — Meine Kämpfe
Jugendtheaterprojekt ab 14 Jahren
Regie: Martina Droste
Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt
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Premiere: 18. November 2023


»Jeder Mensch weiß, was gerecht ist, aber es gibt keine Gerechtigkeit.«  sagt M., ein Jugendlicher, der alleine aus dem Iran hierher flüchtete. Die Menschenrechte, Frauen- und Freiheitsrechte sind keine existierende Realität, sie »sind Widerstandrechte gegen alle Formen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung«, schreibt Kim Weidenberg im Atlas der Staatenlosen. Dass dabei das Persönliche oder Private politisch ist, markierte einen wichtigen Aspekt im Kampf mutiger und selbstbewusster Frauen der »zweiten Frauenbewegung« um gleiche Rechte, politische Teilhabe und Selbstbestimmung in den 1970er Jahren. Schnee von gestern? Können die Geschichten von [Frankfurter] Frauen den Ms, As und Os einer diversen »Next Generation« Inspirationen bieten? Wie geht Fragen, wie Zuhören, wie Weitermachen? Das Projekt will Stimmen aus Kämpfen verschiedener Generationen hörbar machen und generationsübergreifend nach Perspektiven und verbindenden Elementen fragen. Material schöpft es u.a. aus der Ausstellung »Revolutionär:innen« des Frauenreferats und Akteurinnen des ehemaligen »Frankfurter Weiberrats«. Können die immer wieder missachteten Menschenrechte den Jugendlichen trotzdem Grundlage für konkrete Utopien sein?

Das Team von »Deine Kämpfe – Meine Kämpfe« erarbeitet die künstlerische Gestaltung ausgehend vom Recherche- und Probenprozess mit den beteiligten Jugendlichen. Die Theaterpädagogin und Regisseurin Martina Droste kreiert als Leiterin des Jungen Schauspiel Frankfurt seit vielen Jahren mehrfach ausgezeichnete inklusive Theaterperformances mit Jugendlichen oft in enger Zusammenarbeit mit Michaela Kratzer, Bühnen- und Kostümbildnerin.

Regie und Konzept Martina Droste Bühne und Kostüme Michaela Kratzer Musik Max Mahlert Chorische Einstudierung Christina Lutz

Ermöglicht durch die Deutsche Bank Stiftung
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Momo
nach Michael Ende
Familienstück für alle ab 8 Jahren
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Premiere: 19. November 2023


In den Ruinen des alten Amphitheaters am Rande der Stadt wohnt Momo. Niemand weiß, woher sie kommt, doch schnell schließen die Bewohner:innen der Stadt sie in ihr Herz. Denn Momo hat eine Superkraft: Sie kann zuhören. Allein dadurch kann sie trösten, Streit schlichten und ihren Freunden, dem Fremdenführer Gigi und dem Straßenkehrer Beppo, das Gefühl geben, einen Platz in der Welt zu haben.
Doch plötzlich hören die Menschen auf, Momo zu besuchen und mysteriöse graue Herren von der »Zeit-Spar-Kasse« tauchen überall in der Stadt auf. Die Zeiten wandeln sich. Und obwohl alle Erwachsenen nun Zeit sparen, wo es nur geht, scheinen sie immer weniger davon zu haben. Als Momo schließlich hinter das dunkle Geheimnis der grauen Herren kommt, beschließt sie, den Menschen die gestohlene Zeit zurückzubringen. Hilfe bekommt sie von der Schildkröte Kassiopeia und dem Hüter der Zeit, Meister Hora.
»Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken darüber nach. Dieses Geheimnis ist die Zeit«, schreibt Michael Ende in seinem Märchenroman »Momo«.

Die Regisseurin Christina Rast inszeniert diese fantastische Geschichte über das Geschichtenerzählen, über Freundschaft und Mut als Familienstück für alle ab 8 Jahren.

Regie Christina Rast Bühne Franziska Rast Kostüme Kathrin Krumbein Musik Patrik Zeller Video Julia Laggner Dramaturgie Lukas Schmelmer
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DEZ
Sonne/Luft
von Elfriede Jelinek
Regie: Lilja Rupprecht
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Premiere: 01. Dezember 2023


Die Sonne hat genug von der Erde und den Menschen, die sie so lange zugrunde gerichtet haben: »Dieser lächerliche Fettklops voll Klopapier, Dreck, Schaum und Abschaum«. Die Sonne lacht, sie brennt, sie verbrennt die Felder, sie lässt den Meeresspiegel steigen, Fluten heraufkommen und sie weiß, dass das Ende des Menschen sowieso gekommen ist, auch wenn die Menschen noch versuchen, sich am Strand aufzuhalten und es sich in der Sonne, trotz aller Besorgnisse um die Zukunft, schön machen. Der Mensch hat zu lange versucht in all seiner Hybris sich die Natur zu eigen zu machen. Dass diese Zeit vorbei sein wird, darüber freut sich auch die Luft. Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat mit »Sonne/Luft« einen vielstimmigen, gleichermaßen heiteren wie gnadenlosen Text über den Klimakollaps geschrieben, ohne es explizit werden zu lassen. Regisseurin Lilja Rupprecht wird in ihrer Inszenierung dieser Vielstimmigkeit auf die Spur gehen und untersuchen, wieviel echte Natur uns überhaupt noch umgibt, bzw. wie sehr wir es uns in der Kulissenhaftigkeit unseres Daseins eingerichtet haben.

Lilja Rupprecht arbeitet als Regisseurin u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Hannover und am Burgtheater in Wien. In Frankfurt waren von ihr bisher »Malina« nach Ingeborg Bachmann sowie »Die schmutzigen Hände« von Jean-Paul Sartre zu sehen. In dieser Spielzeit inszeniert sie außerdem im Schauspielhaus »Die Ehe der Maria Braun« von Rainer Werner Fassbinder.

Regie Lilja Rupprecht Bühne Christina Schmitt Kostüme Annelies Vanlaere Musik Philipp Rohmer Video Moritz Grewenig Dramaturgie Katrin Spira
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JAN
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
von Heinrich Böll
Bühnenfassung von John von Düffel
Regie: Sapir Heller
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Premiere: 19. Januar 2024


Die 26-jährige Katharina Blum steht unter Verdacht, Mitwisserin einer umfangreichen Betrugsaffäre zu sein, nachdem sie eine Karnevalsparty mit einem gewissen – und ihr bis dato unbekannten – Ludwig Götten verließ. Nicht nur wird sie daraufhin stundenlang von der Polizei befragt, vor allem startet die ZEITUNG einen wahrhaftigen Shitstorm gegen die junge Hauswirtschafterin. Blum wird öffentlich als Mittäterin und »Flittchen« diffamiert, Aussagen von ihr nahestehenden Personen werden umformuliert und verfälscht wiedergegeben, die Boulevardredakteure lassen nicht mehr von ihr ab. »Wie Gewalt entstehen kann und wohin sie führt« lautet der erweiterte Titel dieser 1974 erschienenen Erzählung des Schriftstellers Heinrich Böll. Denn durch die Kampagne gegen Katharina Blum wird diese wirklich zur Täterin und erschießt den dafür verantwortlichen Journalisten. Heinrich Böll gibt in einer vorangestellten Notiz an: »Sollten sich (...) Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich« und beschrieb die Erzählung später als Pamphlet, das auf die konfliktverstärkende Rolle des Boulevardjournalismus in der öffentlichen Beachtung der Roten Armee Fraktion Bezug nehme. Er selbst hatte sich zuvor als Opfer einer solchen Medienkampagne gesehen und stellt an Katharina Blums Fall das Vorgehen der Presse beispielhaft zur Schau. Die Regisseurin Sapir Heller inszeniert diese Erzählung als temporeiche Verfolgungsjagd, die auf die Nähe des inzwischen allgegenwärtigen Sensationsjournalismus zum heutigen Populismus verweist.

Sapir Heller ist 1989 in Israel geboren, studierte Schauspiel- und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater München. Sie inszeniert u.a. am Volkstheater München und am Nationaltheater Mannheim. »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« ist ihre erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt.

Regie Sapir Heller Bühne und Kostüme Ursula Gaisböck Musik Gustavo Strauß Video Lion Bischof Dramaturgie Lena Wontorra
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Der Würgeengel
von PeterLicht und SE Struck nach Luis Buñuel
Regie: Claudia Bauer
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Premiere: 20. Januar 2024


Eine Party der High Society, bei der am Ende niemand nach Hause geht – eine plötzliche unsichtbare Grenze hält die Abendgesellschaft im Esszimmer der Gastgeber gefangen. Seltsamerweise scheinen die Hausangestellten der reichen Leute die Bedrohung vorauszuahnen, denn sie machen sich aus dem Staub, bevor der Spuk beginnt. Die vornehme Etikette der schicken Gesellschaft wird angesichts der neuen Realität ihrer vermeintlichen Gefangenschaft rasch von schonungsloser Brutalität gegeneinander abgelöst. Entbehrungen, Schuldzuweisungen, Sex im Wandschrank und Todesangst bestimmen ihre Tage, bis schließlich der Bann gebrochen wird, indem die Eingesperrten das Raum-Zeit-Kontinuum austricksen. Nach dem Publikumsliebling »Der diskrete Charme der Bourgeoisie« gelangt mit diesem Stoff ein weiterer surrealistischer Film des Oscar-Preisträgers Luis Buñuel in einer Überschreibung von PeterLicht und SE Struck auf die Bühne des Schauspiel Frankfurt. Das Autor:innen-Duo untersucht mit bissigem Humor und einem heutigen Blick eine wiedererkennbare gesellschaftliche Klasse, die trotz oder aufgrund all ihrer Privilegiertheit, ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten komplett handlungsunfähig ist.

Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin Claudia Bauer verbindet eine lange Zusammenarbeit mit den Autor:innen. Nach »Mephisto« und »Der diskrete Charme der Bourgeoisie« ist »Der Würgeengel« Claudia Bauers dritte Inszenierung in Frankfurt. Sie arbeitet mit ihrem Team u.a. auch am Residenztheater München, am Volkstheater Wien, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Staatsschauspiel Dresden.

Regie Claudia Bauer Bühne Andreas Auerbach Kostüme Vanessa Rust Dramaturgie Katja Herlemann
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FEB
Der Raub der Sabinerinnen
von Paul und Franz von Schönthan
Regie: Christina Tscharyiski
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Premiere: 10. Februar 2024


Der Gymnasialprofessor Martin Gollwitz hat in seiner Jugend ein Theaterstück verfasst, das seither sein Dasein in der Schublade fristet: Die Römertragödie »Der Raub der Sabinerinnen« wird allenfalls von Gollwitzʼ Dienstmädchen Rosa geliebt, ihm selbst ist das pathetische Stück mittlerweile peinlich. Eine Jugendsünde, mehr nicht. Oder vielleicht doch? Urplötzlich jedenfalls rückt der Text und mit ihm Professor Gollwitz in den Fokus, denn der umtriebige Theaterdirektor Striese gastiert mit seiner Truppe in der Stadt und sucht nach Stoffen, die das Publikum begeistern. Dabei greift er in die Theaterleitungs-Trickkiste: Prominenz geht immer, sagt er sich – und versucht Stücke stadtbekannter Persönlichkeiten auf den Spielplan zu bringen. Er wirft sich ins Zeug, umschmeichelt den zögerlichen Professor, dessen Ehefrau, die mit Theater wirklich gar nichts anfangen kann und gerade zur Kur gereist ist, doch dieses »wunderbare Stück« aufführen zu dürfen und verspricht eine grandiose Inszenierung. Ein Versprechen, das er nicht ganz halten kann – es folgen Verwechslungen, Streitereien und Besetzungsschwierigkeiten, die sowohl Striese als auch das Gollwitzʼsche Familienleben in Aufruhr bringen. Während die Aufführung zur Blamage zu geraten droht, hat Frau Striese eine rettende Idee und schafft es, das Ruder noch einmal rumzureißen.

Christina Tscharyiski inszeniert den Schwank der Gebrüder Schönthan von 1884, der humorvoll den Kunst- und Kulturbetrieb aufs Korn nimmt und hinterfragt, warum und wie wir Theater gerne denken und zeigen wollen.

Regie Christina Tscharyiski Bühne Stéphane Laimé Ko-Bühnenbildnerin Mona Marie Hartmann Kostüme Svenja Gassen Dramaturgie Katrin Spira
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Und Du bist raus
Regie: Martina Droste
Jugendperformanceprojekt ab 14 Jahren
Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt
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Premiere: 17. Februar 2024


»Der wichtigste Grundsatz von Demokratie ist die Gleichheit der Menschen.« Für die aktuelle Stadtlabor-Ausstellung »Vom Versprechen der Gleichheit« im Historischen Museum Frankfurt entwickelten verschiedene Frankfurter Gruppen und Persönlichkeiten Beiträge dazu, was Demokratie für sie bedeutet, wo sie Grenzen erfahren und welche Visionen sie verfolgen. Ihre Installationen inspirieren eine Gruppe jugendlicher Performer:innen nun zu Reflexionen ihrer eigenen politischen Teilhabemöglichkeiten und Gestaltungswünsche. Mit kraftvollen und bewegten spielerischen Kommentaren setzen sie sich zu der vielschichtigen Ausstellung in Beziehung und schaffen sinnlich erfahrbare gemeinsame Räume. Sie loten Widersprüche aus und balancieren zwischen der Lust auf individuelle Freiheiten und gesellschaftliche Verbundenheit durch den Stadtlaborraum. Die Zuschauer:innen können sich mitziehen lassen, Abstand nehmen, sich einmischen und die Ausstellung noch einmal aus besonderen Blickwinkeln erleben.

Konzept und Regie Martina Droste


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MÄR
Phädra, in Flammen
von Nino Haratischwili
Regie: Max Lindemann
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Premiere: 15. März 2024


Über Athen hängt ein trügerischer Stillstand. Der alte König Theseus hat unlängst wieder einmal verkündigt, sich von der Macht zurückziehen zu wollen – doch folgten den Worten bislang keine Taten. Die Königin Phädra versinkt in gelangweilter Ohnmacht innerhalb den beengenden geistigen, formalen und moralischen Strukturen des Hofstaats. Derweil ist hinter den Kulissen ein erbitterter Kampf um Einfluss entfacht. Als Thronfolger ist Demophon – erstgeborener Sohn des Herrscherpaars – auserkoren. Seine Heirat mit Persea ist bereits arrangiert, um die politischen Verhältnisse weiter zu stabilisieren und die Machtübergabe einzuleiten. Doch statt sich in ihr Schicksal zu fügen, bringt Persea durch ihr unbeugsames Handeln die politischen und persönlichen Verhältnisse ins Wanken. Die Autorin Nino Haratischwili greift in ihrem neuen Stück den Mythos um die legendäre Königin Phädra auf. Haratischwili verwebt Motive des antiken Mythos mit gegenwärtigen Fragestellungen von Sexualität, Emanzipation, Privilegien und Machtpolitik. Das Stück zeugt vom System im Umbruch, in dem progressives Denken und regressive Kräfte miteinander um Deutungshoheit ringen. Regisseur Max Lindemann stellt in seiner Inszenierung das Schwanken der Figuren zwischen persönlichem und politischem Verlangen ins Zentrum.

Max Lindemann studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und wurde mit dem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgezeichnet. Seitdem inszeniert er u.a. am Berliner Ensemble. Die Inszenierung »Phädra, in Flammen« ist seine erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt.

Regie und Musik Max Lindemann Bühne Signe Raunkjær Holm Kostüme Eleonore Carrière Dramaturgie Lukas Schmelmer
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Don Carlos
von Friedrich Schiller
in einer Fassung von Felicitas Brucker und Arved Schultze
Regie: Felicitas Brucker
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Premiere: 16. März 2024


In den niederländischen Provinzen erhebt sich ein Aufstand gegen die Willkürherrschaft Philipps II., dem mit grausamer Härte begegnet wird. Doch auch die Gewalt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Imperium des spanischen Königs zu bröckeln beginnt, während im Hintergrund die Karrieristen der Kirche und des Militärs, Domingo und Herzog von Alba, bereits ihre Machtübernahme planen. Zurückgezogen an seinem Hofe hält der alte König an seiner Macht fest, misstrauisch gegen alle in seinem Umfeld. Sein Argwohn macht auch vor dem eigenen Sohn Don Carlos nicht halt, dem er den Zugang zur Macht verweigert. Don Carlos ist unglücklich in seine Stiefmutter verliebt. Ursprünglich war Elisabeth von Valois ihm versprochen, bis sie in die politisch motivierte Ehe mit seinem Vater einwilligte. Mit dem Erscheinen seines Jugendfreundes Marquis von Posa wird Don Carlos aus seiner Isolation und Ohnmacht gerissen. Der glühende Idealist hofft, in Don Carlos einen Mitstreiter zu finden, der die unterdrückten Provinzen von der spanischen Krone befreit. Es entbrennt ein von Intrigen durchzogener Kampf um Einfluss, Macht, Freiheit und Liebe. Die Regisseurin Felicitas Brucker rückt in ihrer Inszenierung von Schillers dramatischem Gedicht die strukturelle Gewalt innerhalb gesellschaftlicher, politischer und familiärer Konstellationen in den Mittelpunkt.  

Felicitas Brucker setzt nach »Die Ratten« von Gerhart Hauptmann und »Michael Kohlhaas« nach Heinrich von Kleist mit »Don Carlos« ihre Arbeit am Schauspiel Frankfurt fort. Sie inszeniert u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Nationaltheater Mannheim und am Deutschen Theater Berlin. Ihre Inszenierung »Nora« an den Münchner Kammerspielen wurde zum Berliner Theatertreffen 2023 eingeladen.

Regie Felicitas Brucker Dramaturgie Alexander Leiffheidt

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Dance2Narration
Bis.N.S. (as usual) | Lisa 
von Ioannis Mandafounis
die Dresden Frankfurt Dance Company zu Gast im Schauspielhaus
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Premiere: 28. März 2024


Dieser Doppelabend stellt zwei Stücke nebeneinander, die Tanz mit Narration in Verbindung bringen und damit experimentieren, was daraus entstehen kann. Anstatt eines starren Verhältnisses, in dem alles nahtlos zusammenpasst wie Puzzleteile, entwickelt sich ein Gefüge, das dem Publikum die Möglichkeit gibt, selbst Verbindungen zu entdecken.

BIS.N.S. (AS USUAL)  
von Ioannis Mandafounis in Zusammenarbeit mit Anna Lemonaki

Im Jahr 1976 gab die berühmte US-amerikanische Pianistin, Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin Nina Simone ein unvergessenes Konzert beim Jazz Festival in Montreux (Schweiz). In der Zugabe (französisch »bis«) unterbricht sie ihr Programm immer wieder. Im Gespräch mit dem Publikum entstehen sehr intime Momente, in denen sich ihre Persönlichkeit zeigt. Das Stück »Bis.N.S.« spielt mit der inneren und äußeren Welt von Künstler:innen. So erleben die Zuschauer:innen ein Tanzstück in Aufführung und gleichzeitig durch immer wieder neue Verschiebungen, wie sich die Tänzer:innen auf ihren Auftritt vorbereiten. Sie proben ihre Bewegungen, wiederholen und korrigieren sich, als ob niemand ihnen dabei zuschaute. Kleine und große, private und künstlerische Momente reihen sich aneinander: normaler Tanzbetrieb – business as usual.


LISA
Neukreation von Ioannis Mandafounis

Live-Choreografie, die Methodik von Ioannis Mandafounis, ermöglicht es, auf der Bühne aus dem Moment heraus eine Choreografie zu kreieren. In »Lisa« bedeutet das auch, dass die Tänzer:innen während einer Sequenz live entscheiden, wann sie die Bühne betreten und wieder verlassen. Innerhalb dieser einfachen Setzung sind sehr unterschiedliche Situationen möglich. Das unvermittelte Auftauchen und Verschwinden bewirkt überraschende Wechsel, aus dem Aufeinandertreffen von zwei Tänzer:innen wird plötzlich eine unübersichtliche Gruppenszene. Plötzlich wird jemand alleingelassen und wirft sich in ein emotionales Solo hinein. Diese dramaturgischen Prinzipien kombiniert das Stück mit Gedichten des Lyrikers Ossip Mandelstam aus der Sowjetunion und mit Musik von Gabriel Fauré. Historische Kostüme aus den 1930er Jahren geben den Texten, die teils im russischen Original, teils auf Deutsch und Englisch zu hören sein werden, einen visuellen Rahmen. So erscheinen immer wieder kürzere oder längere Erzählfäden, denen das Publikum folgen kann, aber nicht muss. Ist das der Schauplatz eines Verbrechens? Oder geht alles seinen alltäglichen Gang? Soll man jetzt höflich grüßen oder sich schnellsten im Gestrüpp verstecken? Mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, nutzt wenig, wenn die Realität ins Wanken gerät.


BIS.N.S. (AS USUAL)
KONZEPT, CHOREOGRAFIE Ioannis Mandafounis KÜNSTLERISCHE MITARBEIT UND DIALOG Anna Lemonaki TANZ Tänzer:innen der Dresden Frankfurt Dance Company

LISA 
KONZEPT, CHOREOGRAFIE Ioannis Mandafounis TANZ Tänzer:innen der Dresden Frankfurt Dance Company

Mit freundlicher Unterstützung der ING-DiBa AG.
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APR
They Them Okocha
Text und Regie: Bonn Park
Uraufführung
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Premiere: 12. April 2024


Männer sind irgendwie grade nicht so populär – spätestens seit der #metoo-Bewegung möchte kaum ein angenehmer Zeitgenosse noch mit den gängigen Zuschreibungen auf einen »normalen« weißen heterosexuellen Mann assoziiert werden. Einige, die noch mit mittlerweile scheinbar überholten Männlichkeits-Attributen aufgewachsen sind, schwanken bei dem Gefühl, der Mann sei ein Auslaufmodell, aber auch zwischen Trotz, anti-feministischem Widerstand und Melancholie. Sind Männer so etwas wie die Geisterfahrer der modernen Gesellschaft? Wenn tatsächlich grade die Hälfte der Weltbevölkerung zum Außenseiter wird, dann ist das Paradigma Mann ein ideales Spielfeld für Autor und Regisseur Bonn Park, der sich in seinen popkulturell inspirierten Theaterabenden gerne verdrängten Themen und randständigen Figuren annimmt. Nicht alle typischen Jungs-Sachen sind auf einmal blöd! Das neue Stück von Bonn Park schmilzt die verhärteten Fronten des Diskurses und schlägt mehr Verfügbarkeit vom Jungs-Sein für alle vor.

Bonn Park, geboren 1987 in Berlin, ist Regisseur und Autor. Seine Stücke wurden weltweit aufgeführt und in über 10 Sprachen übersetzt. Er inszenierte u.a. an der Volksbühne Berlin, am Volkstheater München und Thalia-Theater Hamburg. Weitere Arbeiten führten ihn u. a nach Barcelona, Peking, Belgrad und Seoul und nun zum ersten Mal ans Schauspiel Frankfurt.

Regie Bonn Park Bühne Sina Manthey Kostüme Leonie Falke Musik Ben Roessler Dramaturgie Katja Herlemann
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Die Ehe der Maria Braun
von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Lilja Rupprecht
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Premiere: 20. April 2024


Während 1943 draußen die Bomben fallen, geben sich Hermann und Maria Braun das Ja-Wort. Wenige Stunden später muss Hermann zurück an die Front, Maria bleibt bei ihrer Mutter zurück, hoffend und überzeugt davon, dass ihr Mann zurückkehren wird.
Nach Kriegsende beginnt sie in einer Bar zu arbeiten, wo sie sich in den GI Bill verliebt. Als eines Abends Hermann in der Tür steht, kommt es zum Streit, in dem Maria Bill erschlägt. Vor Gericht nimmt Hermann die Schuld am Tod des US-Soldaten auf sich und wird zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Maria will für Hermann und für sich selbst eine Zukunft aufbauen. Sie nimmt ihr Leben in die Hand, arbeitet im Betrieb des Industriellen Oswald – und hat Erfolg. 1954 wird ihr Mann aus der Haft entlassen, Deutschland gewinnt die Fußballweltmeisterschaft, doch für Hermann und Maria gibt es kein Happy End…

Die Regisseurin Lilja Rupprecht arbeitet u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Wiener Burgtheater, am Staatsschauspiel Dresden und am Schauspiel Hannover – sowie in dieser Spielzeit zweimal am Schauspiel Frankfurt. In den Kammerspielen inszeniert sie außerdem diese Spielzeit Elfriede Jelineks »Sonne/Luft«.

Regie Lilja Rupprecht Bühne und Kostüme Annelies Vanlaere Musik Fabian Ristau Video Moritz Grewenig Dramaturgie Katrin Spira
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MAI
Die Brüder Karamasow
nach Fjodor M. Dostojewski
Regie: Laura Linnenbaum
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Premiere: 17. Mai 2024


Die Brüder Karamasow kehren in das Haus ihres Vaters zurück. Der Patriarch Fjodor Karamasow führt ein hedonistisches, rücksichtsloses Leben, in dem nie Platz für seine Söhne war. Dimitri, sein ältester Sohn, trägt seinen Hass gegen den Vater offen zur Schau. Zusammen mit seiner Braut Katerina ist er gekommen, um das unterschlagene Erbe seiner Mutter einzufordern. Sein Bruder Iwan ist heimlich in Katerina verliebt. Der Intellektuelle vertritt die verhängnisvolle These: »Wenn Gott tot ist, ist alles erlaubt«. Alexej, der Jüngste, hat sein Leben dem Glauben gewidmet und ist ins Kloster gegangen, wo er in dem Starez Sossima einen geistigen Vater gefunden hat. Und dann gibt es da noch Smerdjakow, der uneheliche Sohn von Fjodor, der dazu verdammt ist, im Hause Karamasow als Lakai zu dienen. Die Zusammenkunft der ungleichen Brüder mit dem Patriarchen eskaliert im Streit und wenig später wird dieser ermordet aufgefunden.
Die Familientragödie wird zum Kriminalfall und entblößt dabei das Gerippe einer überholten patriarchalen Gesellschaftsordnung. »Die Brüder Karamasow« war Dostojewskis letzter monumentaler Roman und stellt die Quintessenz seines Schaffens dar. In letzter Konsequenz wirft der Roman die menschlichen Grundfragen nach Schuld und Verantwortung, Sinn und Moral, Leid und Mitleid, Liebe und Vergebung auf.

Regie Laura Linnenbaum Bühne Valentin Baumeister Kostüme David Gonter Musik und Video Jonas Englert Dramaturgie Alexander Leiffheidt
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JUN
Shout Aloud (AT)
Koproduktion mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm
Uraufführung
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Premiere: 16. Juni 2024

Das Schauspiel Frankfurt und das Künstler*innenhaus Mousonturm entwickeln in der Spielzeit 2023/24 die außergewöhnliche internationale Koproduktion »Shout Aloud«, eine Zusammenarbeit der Choreografin Yasmeen Godder mit Dikla, eine der bekanntesten israelischen Sängerinnen. Inspiriert ist das Stück von Diklas erstem, bahnbrechendem Album »Ahava Musica« aus dem Jahr 2000, auf dem die Künstlerin klassische arabische Musik mit energiegeladener Tanzelektronik bis hin zu experimentellem Rock mixt. Gemeinsam mit acht Tänzerinnen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Alters lässt Godder in ihrer Choreografie Ausdauer, Widerstand, Trauer, Wut, Ratlosigkeit, Kraft, Aufbegehren und Zusammenhalt aus weiblicher Perspektive lebendig werden. Mit ihrer spielerischen und rauen Körpersprache berühren Godder und ihr Ensemble Ebenen, die sich tief in den Körper einschreiben. Begleitet werden sie dabei live von Dikla und einem neunköpfigen Musikerinnen-Ensemble, das mit traditionellen arabischen und zeitgenössischen Instrumenten einen wunderbaren klanglichen Rahmen dafür schafft.
 
»Shout Aloud« ist eine Produktion von Künstler*innenhaus Mousonturm, Schauspiel Frankfurt und Yasmeen Godder Dance Company, koproduziert mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Yasmeen Godder Dance Company wird gefördert durch das Israelische Ministerium für Kultur und Sport, das Israeli Lottery Council for Culture und das Tel Aviv Council.
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Killology
von Gary Owens
Regie: Helena Jackson
Deutschsprachige Erstaufführung
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Premiere: 07. Juni 2024


»Du kannst deiner Mutter nicht sagen, dass die Straßen voller Psychos sind und dass du einfach nur krass Glück hast, wenn du abends lebend nach Hause kommst.« Davey wächst in einem Arbeiterviertel auf und wird früh mit der rohen Gewalt der Straße konfrontiert. Der Spieleentwickler Paul ist mit einem Computerspiel reich geworden, in dem die Spieler für das Foltern ihrer Opfer belohnt werden, wenn sie ihnen beim Sterben zusehen. Daveys Vater Alan plant einen Rachemord an Paul, nachdem sein Sohn nur knapp eine Nachahmertat überlebt, deren brutale Choreografie aus dem Spiel kopiert wurde. Drei Männer verschiedener Generationen erzählen parallel ihre Geschichten. Die Erzählstränge nähern sich aneinander an, treffen sich momentweise, um dann unmerklich auseinanderzudriften. Die Stückdramaturgie des britischen Dramatikers Gary Owen gleicht einem Penrose-Dreieck – die Erzählungen seiner drei Figuren bilden zusammen eine unmögliche Realität, die Einzelheiten lassen sich nicht zu einem kohärenten Bild zusammensetzen. Es scheint zuerst folgerichtig: Gewalt erzeugt neue Gewalt, im virtuellen wie im analogen Raum. Aber dann schieben sich zerstörerische Vater-Sohn-Beziehungen dazwischen,  Schuld und unerwiderte Liebe schreiben die Geschichten fort. Gibt es Hoffnung auf Vergebung? Welchen Ausgang der Geschichte wünschen wir den Figuren? Und hat Davey die Gewalttat überhaupt wirklich überlebt?

Helena Jackson arbeitete nach ihrem Studium der englischen Literatur in Oxford bereits in England als Regisseurin und Regieassistentin. Seit der Spielzeit 2021/22 ist sie als Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt engagiert.  Nach ihrer Inszenierung  von »Victory Condition«  in der Box inszeniert sie nun zum ersten Mal in den Kammerspielen.

Regie Helena Jackson Bühne Katharina Oleksinska Kostüme Antonia Mahr Sounddesigign Nicola T. Chang Dramaturgie Katja Herlemann
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JUL
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Schauspiel Frankfurt (Spielzeit 2023/24) von Dal Park

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